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Die Geschichte Perus vom 16. Jahrhundert bis heute

Das im Jahr 1543 gegründete Vizekönigreich der Spanier (König Karl I.) war wegen der reichen Bodenschätze nicht nur von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Zeit war vom Niedergang der Indianer gekennzeichnet; die Anzahl reduzierte sich, sei es durch Krankheiten oder Frondienste um etwa die Hälfte auf etwa 800.000 Menschen.

Der lange Weg zur Unabhängigkeit

Andere Länder, wie z. B. Portugal und Italien kamen in das Vizekönigreich, um hier Handel aufzubauen und zu treiben, so dass sich der Vizekönig „bedroht“ fühlte und eine Inquisition durchführte – ab 1635 hatte Spanien wieder die Oberhand. Die Spanier bauten Lima zu einer bedeutenden Stadt in Südamerika aus, es wurden Klöster und Kirchen errichtet, wo die Architektur, spanischer Barock-Stil mit indianischen Ornamenten, eine besondere Form erhalten hat.

Unabhängigkeitsaufstände

Im Jahr 1780 ernannte sich der Indianer José Condorcanqui zum Kaiser Tupac Amaru II. der Inkas. La Paz konnte ein dreiviertel Jahr erfolgreich belagert werden, bevor es dann beendet wurde. Auch 1814 versuchte man einen Aufstand, der jedoch dann auch blutig niedergeschlagen wurde. Der Widerstand gegen die Spanier wurde immer stärker, benachbarte Länder halfen. Die südamerikanische Unabhängigkeitsbewegungen waren ab 1809 unter der Führung des Argentiniers José de San Martín, des Chilenen Thomas Alexander Lord Cochrane, des Venezolaners Simón Bolívar und José de Sucre tätig. In den Jahren zwischen 1817-1825 fanden viele Schlachten an unterschiedlichen Orten gegen die Spanier statt. Der Widerstand und die Kämpfe gegen die Spanier wurden unterstützt. So war es möglich, dass in der bedeutenden Schlacht von Junín und der Schlacht von Ayacucho im Jahr 1824 Peru die Unabhängigkeit erlangte und Spanien kapitulierte. San Martin zog sich aus der Politik zurück, so dass Simón Bolívar Diktator wurde. Die nachfolgenden Jahre waren gekennzeichnet von wechselnden Präsidenten, von Rebellionen, Bürgerkriegen, Differenzen und kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern und mit Spanien (1866), die die Entwicklung, in der Geschichte Perus, stark beeinträchtigte.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Peru drei Gruppen, die sich gegenüberstanden: die Oligarchie, die Militärs und Alianza Popular Revolucionaria Americana (APRA). Die 1924 gegründete APRA vertrat gegenüber der herrschenden Klasse (Oberschicht), die Interessen der sozialen Unterschicht, zu der vor allem Indios gehörten. Es kam zu Kleinkriegen, wo sich diese drei Gruppen vehement bekämpften abwechselnd die Präsidenten stellten. Während des Chacokrieges (1941-1942) – Ecuador gegen Peru – gelang es Peru, Gebiete aus der Amazonasregion zu erobern.

Peru nach 1945

Nach 1945 war Peru bemüht eine wirtschaftliche Unabhängigkeit von den USA zu erzielen. Durch die Politik und die Koalitionen in Peru, konnten die Reformen nicht konsequent durchgeführt werden. Erst nachdem die Wirtschaftshilfe durch die USA eingestellt wurde, und ein Bestechungsskandal, der eine US-amerikanische Erdölgesellschaft begünstigte, aufgedeckt werden konnte, kam es 1968 zu einem Militärputsch gegen den damaligen Präsidenten Belaúnde Terry. Nun bemühte sich die Militärjunta, einen sozialistischen Staat aufzubauen – es sollten zugunsten der armen indianischen Bevölkerung Boden- und Wirtschaftsreformen durchgeführt werden. Jedoch führten ein Erdbeben, die Misswirtschaft im Land und schlechte Erträge in der Landwirtschaft zu einem wirtschaftlichen Desaster in der Geschichte Perus.

Die neue Verfassung

Nachdem 1979 eine neue Verfassung formuliert wurde, folgten in der Geschichte Perus 1980 die ersten freien Wahlen statt. Belaúnde Terry übernahm 1980 die Leitung des Staates – Peru wurde Präsidialrepublik. Die Guerilla-Gruppe Sendero Luminoso (linksgerichtet) begann ab 1982 gegen die Staatsmacht einen Krieg mit Massakern zu führen, dem viele Menschen, vor aus dem Bergland zum Opfer fielen. Misswirtschaft, Korruption und Inflation bestimmten, unter dem Präsidenten Alán García Pérez, in Jahre 1985-1990 die Geschichte Perus, bis 1990 Alberto Fujimori die Geschicke des Landes in die Hände nahm, er setzte u. a. wirtschaftliche Reformen durch, so dass Investoren aus dem Ausland wieder nach Peru kamen. Der 29.12.1993 war ein wichtiges Datum in der Geschichte Perus, denn es trat eine neue Verfassung in Kraft. Der Präsident Fujimori flüchtete nach dem Vorwurf des Wahlbetruges einem Bestechungsskandal im Jahr 2000 nach Japan. Im Juli 2001 wurde das erste indianische Staatsoberhaupt, Alejandro Toledo, gewählt. Unter seiner Herrschaft gab es wiederum Korruptionen und Skandale, so dass es im Jahr 2003 zu Unzufriedenheit, Streiks, Blockaden von Seiten der Bevölkerung kam – der Präsident verhängte den Ausnahmezustand. Bis 2006 residierte Alejandro Toledo und wurde durch Kongress- und Regierungswahlen durch Alan García Pérez (2. Wahlgang) ersetzt. Der Präsident Perus, der Staats- und Regierungschef ist, und die Parlamentsabgeordneten im „Congresso“ (120 Mitglieder) werden in direkter Volkswahl für eine jeweilige fünfjährige Amtsperioden gewählt.

Foto: Sergej Seemann – Fotolia

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